Spontan reden – ein einfaches Instrument
Sie sollen spontan reden, unvorbereitet etwas sagen. Das Gespräch nahm eine unerwartete Wendung, der Referent zeigt plötzlich auf genau SIE. Und Ihr Herz rutscht in die Hose, der Atem wird hektisch, die Kehle wie zugeschnürt. Was nun?
Probieren Sie mal diese Technik: Es ist ein Tool für die Stegreifrede (ja, das schreibt man wirklich so). Oder für das Sprech-Denken. Kleist nannte es „die allmähliche Verfertigung des Gedankens während der Rede.“
Spontan reden mit FAZZ
FAZZ, das sind Akronyme, es sind Anfangsbuchstaben. Sie stehen für:
F = Früher: Erzählen Sie etwas aus der Vergangenheit. Ist ganz leicht möglich, wenn Sie einen Satz einfach mit „Früher…“ beginnen.
A = Aktuelles: Leiten Sie dann bei Belieben über zu einem aktuellen Thema.
Z = Zukunft und/oder
Z = Ziele: Sobald Ihnen dann während der Rede etwas eingefallen ist, was Sie wirklich sagen wollen, was Ihnen wichtig ist – ein Ziel eben – dann finden Sie eine hübsche Formulierung wiederum zur Überleitung und sprechen es aus, das Ziel.
Vor- und Nachteile dieser Vorgehensweise
Wer so etwas geübt hat, kann davon überzeugt sein: „Mir fällt immer etwas ein.“ Das hilft ungemein zum selbstsicheren Auftreten auch in geselligen Umgebungen. Angst vor Sprachlosigkeit ist nie mehr nötig.
Ich habe „Spontan reden mit FAZZ“ einmal eingesetzt, als ich Teilnehmer einer Podiumsdiskussion war. Bin heilfroh darüber, denn dies war die einzige Gelegenheit, dass ich inmitten lauter High-Tech-Fachfragen, die ich nie hätte beantworten können, einmal meine eigene Botschaft in das Mikrofon sagen konnte…
Jedoch sollten Sie keinesfalls ein Stichwort wählen und mit FAZZ ausführlich beantworten, das Sie nicht einmal korrekt aussprechen können. Da wird das ganze Gerede schnell als dummes Zeug enttarnt.
Auch birgt FAZZ die Gefahr, dass Ihre Ausführungen als heiße Luft oder Lückenfüller oder als „wie schön, dass wir Deine Stimme jetzt auch mal gehört haben“ aufgenommen wird. Also keinesfalls überdosieren.
Sollte sich hinter Ihrem FAZZ ein Ablenkungsmanöver verbergen und sollte das durchschaut werden, dann seien Sie auf die Nachfrage gefasst: „Und wann beantworten Sie nun meine Frage von vorhin?“
Rhetorik- und Schlagfertigkeitstrainings
In unseren/meinen Workshops „Rhetorik“ und „Schlagfertigkeit“ üben wir FAZZ. Denn je häufiger praktiziert, desto glatter wird es klingen. Es macht sogar Freude – aber das gilt ja für fast alles, was wir gut können.